osteopathische Pferdetherapie & Körperarbeit

Ich bin ausgebildete Pferdeosteopathin nach Welter-Böller und ergänze mein Wissen und meine Fähigkeiten mit regelmäßigen Fortbildungen an verschiedenen Fachschulen bzw. durch weiterführende, auch fachübergreifende Veranstaltungen. Für mich stellt der regelmäßige Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit mit Kollegen, Tierärzten und anderen Fachleuten eine wichtige Komponente zur Qualitätssicherung dar.
Wann braucht man einen Pferdeosteopathen?

Viele Beschwerden schleichen sich über lange Zeit in den sensiblen Bewegungsapparat des Pferdes ein und tauchen dann „plötzlich“ als Lahmheit oder „Unart“ des Pferdes auf… Die Ursache kann sehr vielfältiger Natur sein und die Kunst des Therapeuten besteht darin, nicht nur die Symptome zu behandeln, sondern wirklich zum Kern der Sache vorzudringen. Kausale Zusammenhänge erschließen sich nur über eine ganzheitliche Betrachtung des Wesen des Pferdes, d h. es wird immer das ganze Pferd betrachtet und behandelt. Traumata oder Schockzustände, die im Gewebe und den Zellen gespeichert werden, können Jahre zurückliegen und sich immer noch negativ auf das Verhalten bzw. die Gesundheit des Pferdes auswirken. Und was häufig unterschätzt wird, ein Schock muss nicht immer physischer Natur sein! Ein Sturz im Hänger hinterlässt oft nicht nur physisch einen „blauen Fleck“. Auch ein Stallumzug oder die Trennung von einem Pferdefreund, können für das Tier schockierend sein und sich dementsprechend in einer Verhaltensstörung („Unart“) äußern, ohne dass die Besitzer ahnen, worin dieses (neue) Verhalten begründet liegt.

„Fair zum Pferd“, bedeutet für mich, das Tier in seinem ganzen Wesen wahrzunehmen. Dazu gehören neben dem körperlichen Wohlbefinden, auch der emotionale und psychische Zustand.

 

Indikationen für eine osteopathische Behandlung können sein:

Ihr Pferd…

  • legt die Ohren an beim Satteln oder zeigt andere Abwehrverhalten (Sattel-/Gurtzwang)
  • lässt sich schlecht stellen und biegen
  • springt nur auf einer Seite in den Galopp oder „kann nicht/will nicht“ galoppieren
  • möchte gar nicht galoppieren (zeigt „Unwillen“, wird gerne auch als „Das Pferd ist zu faul“ deklariert…)
  • hatte einen Unfall (Koppel, Hänger, mit dem Halfter hängengeblieben …)
  • baut keine gute Muskulatur auf (gegenseitige Wechselwirkung von Stoffwechselproblemen und körperlichen Beschwerden)
  • wirkt angespannt und gestresst oder insich gekehrt (psycho-somatischer Stress)
  • zeigt Widersetzlichkeiten (Schmerzen, Unwohlsein – – – Pferde leiden sehr still!)
  • war beim Zahnarzt und hat eine Kiefergelenksproblematik durch das Maulgatter
  • hatte eine Verletzungspause und befindet sich im Aufbautraining (Auflösen von Schonhaltungen zur Gewährleistung eines harmonischen Muskelaufbaus)
  • wurde kastriert (Kastrationstrauma/Narbenentsörung)
  • hat ein Fohlen geboren („Rückbildungsgymnastik“, Regeneration Beckenboden)
  • uvm

Vor jeder Behandlung steht eine ausführliche Anamese, eine Ganganalyse, Palpation und Adspektion sowie ggf. ein Equipmentcheck. Haltung und Fütterung spielen ebenfalls eine große Rolle zur Gesunderhaltung ihres Tieres. Gerne stehe ich hierbei beratend zur Seite.

Wie oft sollte man eine Behandlung wiederholen?

Abhängig davon, ob es sich um einen akuten oder chronischen Befund handelt, variiert die Behandlungsdauer und -häufigkeit sehr stark. Die zeitlichen Abstände sind abhängig vom aktuellen Gesundheitszustand des Tieres und sind individuell abzuklären. In der Regel benötigt eine akute Beschwerde wenige Termine mit kurzen Abständen und chronische Befunde eine langfristige Therapie mit mehreren Terminen, um regelmäßig neue Impulse in Richtung Gesundheit zu setzen. In beiden Fällen ist die Mithilfe und Bereitschaft für Veränderungen seitens des Tierbesitzers unerlässlich.

Die Beständigkeit des verbesserten Wohlbefindens Ihres Tieres ist zu einem großen Teil vom alltäglichen Umgang, der Haltung, Pflege und Training abhängig. Ein Osteopath kann alte Verstrickungen und Muster auflösen, nicht die äußeren Umstände ändern. Das liegt in der Verantwortung eines jeden Tierbesitzers. Dabei gehe ich natürlich davon aus, das jeder das Beste für sein Tier möchte. In den meisten Fällen erfordert die heute übliche Pferdehaltung einige Kompromisse und/oder ein regelmäßiges Ausgleichen von Defiziten. Bei jedem sportlich aktiven Pferd (dazu zählen auch die Freizeitreiter!) ist eine regelmäßige Unterstützung durch therapeutische Lösungsarbeit sinnvoll, um Fehlbelastungen so gering wie möglich zu halten und die Regenerationsfähigkeit des gesunden Körpers zu optimieren und zu erhalten.

Die Zusammenarbeit mit Kollegen, Therapeuten, Tierheilpraktikern, Dentalspezialisten, Hufpfleger, Schmied und Tierarzt ist dabei unerlässlich.

Was ist Gesundheit? Und was ist die effektivste und effizienteste Art und Weise ihre Anwesenheit zu unterstützen? … Gesundheit ist die vollständig freie Bewegung in einem Wesen, und zwar auf allen Ebenen.“ (Körper/Geist/Seele)

(Rollin E. Becker | Arzt und Osteopath, unterrichtete gemeinsam mit W.G. Sutherland | Leben in Bewegung & Stille des Lebens)