pferdeosteopathie

Osteopathie: eine ganzheitliche und tiefgründige Behandlungsweise

Warum behandle ich immer ein „ganzes“ Pferd, ganz gleich mit welcher Problematik es zu mir kommt? Weil die Ursache oft ganz woanders liegt. Das, was man augenscheinlich sieht ist ein „Symptom“, häufig eine sekundäre Erscheinung und nicht das eigentliche Problem.

Beispiel: Kehrt eine Beckenproblematik immer wieder, liegt die Ursache meist ganz woanders. Möglicherweise im Magen-Darm-Trakt, dauerhaften Bauchschmerzen oder ähnlichem…

Habe ich ein Pferd mit Problemen in der Vorhand, sollte ich in jedem Fall die Zähne mit anschauen (lassen). Die langen Kopf-Hals-Muskeln übertragen Verspannungen aus dem Mund- und Kieferbereich über den Hals bis in den Brustbereich und bis in die Vorhand. 

Pferde mit starkem Unterhals „blockieren“ wichtige Nerven- und Versorgungsleitungen, die durch den Hals laufen. Mögliche Symptome können Verhaltensaufälligkeiten („unsoziales Verhalten“), Rittigkeitsprobleme, Stoffwechselstörungen, Steifheit im Rücken oder den Gliedmaßen sein. Der ventrale Vagus ist der Nerv für Kommunikation und Sozialverhalten. 

Zum Vergleich: ein körperlich gesunder Mensch mit frohem Gemüt, bewegt sich in der Regel gelöst und in einer aufrechten Körperhaltung. Leichtigkeit spiegelt sich in seinen Bewegungen und in seinem Geist wieder.

Jemand mit Schmerzen, wirkt hingegen oft zusammengezogen, verkrümmt, steif und ist in seinem Sozialverhalten häufig „genervt“, ungeduldig, gereizt. „Genervt“ trifft es ziemlich gut, denn Ursache ist eine dauerhafte Überreizung des Nervensystems.

Fallbeispiel: In den Aufnahmen seht ihr ein Pferd, dass vermutlich in der Vergangenheit ein Schädeltrauma erlitten hat. (Stoß gegen den Kopf, Geburtstrauma, Sturz… es gibt viele Möglichkeiten) In Kombination mit Zahnproblemen bzw. langjähriger fehlender Zahnkontrolle, unpassendem Sattel und verschiedenen weiteren Stressoren (Reiten, Missverständnisse aufgrund von Fehldiagnosen zwischen Reiter u Pferd usw.) manifestiert sich ein kompensatorisches Bewegungsmuster, welches langfristig weitere Symptome an anderen Stellen (Becken, Rücken, Gelenke..) nach sich ziehen kann.

Akute Problematik: unrundes Gangbild, atrophierte Muskulatur hinter dem Schulterblatt, steifer Gang, ein beständig schiefes Becken trotz regelmäßiger physiotherapeutischer Behandlungen, sehr berührungsempfindlich im Kopfbereich (Gesicht, Ohren usw).

In der Erstbehandlung konnten sich langjährige Spannungsmuster auflösen und insbesondere die Beckenstrukturen in ihre physiologische Position zurückfinden. Damit verbesserte sich unmittelbar das Bewegungsmuster und auch das Wohlbefinden dieses Wallachs.

Das ist ein wichtiger Unterschied zu meist oberflächlichen Mobilisierungen. In meinen Behandlungen zeigen sich unmittelbare Veränderungen und Verbesserungen. In der Regel reichen 1-2 Termine innerhalb von 3-6 Monaten um eine nachhaltige Verbesserung herbeizuführen.

In diesem Fall wurde zusätzlich zur manuellen Behandlung ein neuer Sattel angepasst, die Fütterung umgestellt bzw. ergänzt, homöopathisch unterstützt für ein paar „alte Geschichten“ auf emotionaler Ebene und die Besitzerin soweit geschult und mit einbezogen, dass sie selbständig die Baustellen sieht und vor allem versteht. So ist sie in der Lage dauerhaft die Gesundheit und das Wohlbefinden ihres Pferdes zu unterstützen und sich Hilfe zu holen, wenn sie erneut nicht gewünschte Veränderungen entdeckt.

Sanfte Mobilisierung der Halswirbelsäule – ich arbeite grundsätzlich gerne frei mit Pferden. Viele Pferde genießen das sehr und kommen von sich aus zu mir, wenn sie merken, dass ihnen geholfen wird und sie dabei selbst mitmachen dürfen. 🙂

Die Stellung in der oberen HWS ist häufig nicht das Problem. Es sei denn es liegt eine Atlasschiefstellung vor, dann geht eine Seite sehr gut und die andere mehr oder weniger gar nicht. Die häufigste Problematik findet sich bei fast allen Pferden jeglichen Alters und jeglicher Reitweise im unteren Halsdrittel. Das heißt die komplette Biegung bis die Pferdenase hinter dem Ellenbogen den Rumpf berührt wird nur über „schummeln“ erreicht. Das sind Ausweichbewegungen nach oben oder unten mit dem Kopf oder das Pferd läuft rückwärts statt sich weiter im hals zu biegen.

Achtung! Bitte diese Mobiliserung nicht nachmachen! In der Halswirbelsäule verlaufen viele empfindliche Strukturen, die bei unsachgemäßer Ausführung Schaden nehmen können. Diese Übung sollte nur von ausgebildeten Therapeuten und sehr viel Feingefühl ausgeführt werden.

Wer sich selbst weiterbilden möchte, dem lege ich meine interaktiven Webinare ans Herz. Für praktische Ausbildungen biete ich die Möglichkeit für Coaching-Tage (gerne auch als Vertiefung für Therapeuten und Tierärzte) bei mir im Offenstall oder gerne auch auf anderen Reitanlagen. Termine und Angebote nach Absprache. Anfragen bitte an info@lina-peuckert.de

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